Roadtrip mit Kind durch Australien

Roadtrip mit Kind durch Australien

Dieser Artikel wurde am 15.02.2019 auf babykindundmeer.de veröffentlicht.

Mit dem Camper von Cairns bis nach Melbourne und 10 Gründe, warum Australien das perfekte Reiseziel mit Kindern ist

Hey, ich bin Stefanie (27) von www.mamakompass.de und zusammen mit meinem Mann Stefan (26) und unserem Kind Finn (1) bereise ich gerade die Welt. Als unsere kleine Weltreise im September begann, war Finn gerade einmal 10 Monate alt. Seitdem war er in Südafrika, Malaysia, Bali, Australien und Neuseeland. In den ersten Ländern haben wir es noch langsam angehen lassen, waren fest in einer Unterkunft für mehrere Wochen und haben von dort aus Tagesausflüge gemacht, um die jeweiligen Länder kennenzulernen. In Australien haben wir uns dann das erste Mal hinter das Steuer eines Campers gesetzt und dieses unbeschreibliche Freiheitsgefühl genossen, von dem alle Weltreisenden immer erzählen… unser Roadtrip begann!

Zuallererst möchten wir erst einmal sagen, dass wir keinen konkreten Plan hatten, wie wir eigentlich die ganze Strecke von Cairns nach Melbourne (es wurden letztlich 4592 km) “runter” fahren sollten. Finn ist nämlich ein Kind, das alles andere als gerne Auto fährt. Aber was lernt man auf Reisen so schön? Es gibt immer irgendwie eine Lösung. 😊 Also haben wir uns davon gar nicht beirren lassen und für uns einen idealen Reiserhythmus gefunden. Wenn Finn richtig müde war, sind wir gefahren und er ist im Auto eingeschlafen. Das heißt, tagsüber konnten wir während seines Mittagsschlafs bis zu 2 Stunden fahren und dadurch optimal der Mittagshitze entkommen und abends ab 19 Uhr sind wir dann immer eine längere Strecke zum nächsten Ziel gefahren. Also in 4 Wochen von Cairns nach Melbourne? Auch ohne Stress machbar! 😊

Cairns

Wir sind am frühen Morgen in Cairns gelandet und direkt mit dem Taxi zu unserem Camper Verleih gefahren. Wir waren noch ziemlich müde vom Flug, also haben wir unseren frisch bezogenen Campervan erst einmal auf dem Parkplatz stehen lassen, haben uns ins Bett geworfen und einen Mittagsschlaf gemacht.

Ein bisschen frischer im Kopf sind wir durch Cairns gefahren und haben im Supermarkt erst einmal alles Notwendige besorgt.

Scheinbar waren wir aber immer noch etwas matschig im Kopf, denn nach dem Einkauf sind wir direkt los zum ersten Ziel Mission Beach gefahren. Im Nachhinein hätten wir gerne noch einen Tag in Cairns verbracht, weil diese Kleinstadt einen ganz besonderen Charme mit vielen süßen Bars und Restaurants bietet.

Aber wir wollten los – los auf unseren Roadtrip!

Und während wir die ersten Kilometer Richtung Süden ganz gespannt und mit viel Kribbeln im Bauch die Straße entlang gefahren sind, stellten wir fest, dass die Umgebung unserem vorherigen Land Malaysia erstaunlich ähnelte! Alles saftig grün, Kokospalmen bis zum Strand und feuchtwarme Luft.

Unsere erste Nacht haben wir dann in einer Bucht am Waldrand verbracht.

Vorneweg: Wildcampen ist so eine Sache in Australien. Es ist nicht unbedingt erlaubt, aber auch nicht unbedingt verboten, wenn nicht explizit ein „No Camping“ Schild aushängt. Für uns war es mit Baby nicht immer möglich, zu einem passenden Campground zu gelangen. Wir haben über die vier Wochen die Erfahrung gemacht, dass die Australier sehr tolerant sind, solange man sich an folgenden Punkt hält: KEINEN MÜLL HINTERLASSEN!

Wir haben sogar ganz wunderschöne, herzliche Erfahrungen beim Wildcampen gemacht, welche Australien zu einem ganz besonderen Land für uns gemacht haben, aber dazu mehr an den jeweiligen Orten😊

South Mission Beach

Da es Mitte Dezember war, wussten wir, dass wir in der absoluten Hochsaison unterwegs waren, aber am South Mission Beach war es dennoch menschenleer. Dabei ist es ein wunderschöner Ort und mit Kind auf jeden Fall zu empfehlen. Denn gleich an der ersten Station haben wir das kinderliebe Australien ins Herz geschlossen. Ein Spielplatz mit öffentlichen Toiletten, freien Duschen und Picknick-Bänken direkt am Strand. Ein Traum, mit verzottelten Haaren von der ersten Nacht im Camper.

Noch direkt vor dem Frühstück sind wir zu den Jourama Falls gefahren. Da im Dezember auch Regenzeit ist, sind immer mal wieder Straßen überflutet und daher sogar teilweise komplett versperrt. So konnten wir nicht direkt zu den Wasserfällen fahren und haben einen schönen Morgenspaziergang durch die Natur gemacht. Auf dem Weg haben wir einen kleinen Waran, Schweine, eine Art Pfau und eine Mini-Schildkröte gesehen. Das Freiheitsgefühl hat uns dort komplett gepackt.

Townsville

Auf dem Weg nach Townsville haben wir unser erstes, wildes Känguru gesichtet. Natürlich ein ganz besonderer Moment für uns! 😊

Der Ort ist super schön und hat eine lange Promenade, die wir gemütlich entlang gelaufen sind. Im Meer gibt es zwei Schwimmbereiche, die mit einem Netz abgegrenzt sind, um die Quallen fernzuhalten. Aber das absolute Highlight? Ein Meerwasser-Rockpool (Hier spoilern wir schon gleich einen DER 10 Gründe, warum Australien ein perfektes Reiseziel mit Kindern ist – die restlichen Gründe findest du ganz unten nach dem Reisebericht).

Dort war – mal wieder – fast nichts los. Die Pools, Duschen, Toiletten und wunderschön gepflegten Liegewiesen sind auch hier öffentlich und kostenlos. Und vom Rockpool hat man zusätzlich noch einen wunderschönen Blick auf die Magnetic Islands. Ein Traum!

Airlie Beach

Die Straße durch Airlie Beach ist mit wunderschönen Geschäften, Bars und Restaurants geschmückt und natürlich gibt es auch hier wieder ein kostenloses Schwimmbad mit Duschen und Liegewiesen. Hier war jetzt mal etwas mehr los und wir hatten viele junge, fröhliche Menschen um uns herum.

Airlie Beach ist das Tor zu den Whitsunday Islands und Fraser Island. Da wir mit Kind unterwegs waren, haben wir uns gegen eine Tour durch die Paradiesinseln entschieden. Die glasklaren Seen und wildlebenden Dingos hätten uns natürlich gereizt, aber als Familie wäre es dann doch zu teuer und die langen Touren im Jeep nicht passend für unser Kind gewesen.

Und hier jetzt ein schönes Beispiel zum Thema Schlafplatz finden. Wir sind abends den Bruce Highway zur Tankstelle Puma Coningsby gefahren. Wir haben getankt und gefragt, ob es dort eine Möglichkeit zum Übernachten gäbe. Na klar, wir durften uns gegenüber auf einem Schotterparkplatz stellen, dort schlafen und frühs an den Bänken neben der Tankstelle frühstücken und obendrein noch kostenlos duschen. Nachfragen lohnt sich!

Cape Hillsborough Nationalpark

Im Cape Hillsborough Nationalpark gibt es unzählige Wanderwege und einen schönen, weiten Strand mit kleinen Klippen. An heißen Tagen kann man dort Kängurus im Meer baden sehen und mit noch einer Schippe mehr an Glück sogar Wasserschildkröten. Auf der Wiese haben wir sofort ein Dutzend Kängurus bestaunen können und da es dann das Regnen angefangen hatte, haben wir gemeinsam nur einen kleinen Strandspaziergang gemacht.

Mackay

In Mackay gibt es ein öffentliches Schwimmbad, das Aquapark Bluewater Lagoon mit tollen Liegewiesen und einem genialen Wasserpark für Kids. Wir wissen nicht warum, aber bei über 30 Grad waren wir mit zwei anderen Familien wieder fast alleine in diesem Schwimmbad. Finn hatte den Spaß seines Lebens und da er so ausgepowert war, hat er anschließend so gut geschlafen, dass wir 3 Stunden bis kurz vor Rockhampton weiterfahren konnten.

Torquay Beach

Laut der Einheimischen ist der Torquay Beach der schönste Strand in dieser Gegend. Der Torquay Beach ist ein breiter, langer Strand mit gelbem Sand und mit dem Urangan Pier, der 900m weit raus auf‘s Meer führt, absolut empfehlenswert! Hier kann jede Familie ein paar schöne Stunden verbringen 😊

Noosa Heads

Genau so hatten wir uns Australien in unseren Vorstellungen immer ausgemalt! Surfer-Flair, hippe Geschäfte, teuer und viel los. Als wir zum Nationalpark Parkplatz gefahren sind, haben wir gleich mal festgestellt, dass hier alles ein bisschen anders läuft, als in den Orten davor. Wir standen zum ersten Mal in Australien im Stau und haben keinen Parkplatz am Nationalpark gefunden. Auf dem Parkplatz am Main Beach war glücklicherweise doch noch ein großer Parkplatz und wir konnten uns Noosa Heads ganz gemütlich zu Fuß anschauen.

Noosa Heads Nationalpark

Als wir den wunderschönen Coastwalk im Noosa Head Nationalpark gelaufen sind, haben wir ein ganz besonderes Highlight erleben dürfen: Delfine! Überall sind sie ganz nah an der Küste geschwommen! Der Tag war jetzt schon perfekt!

Und hier jetzt noch ein kleiner Geheimtipp, der nur bei den „Insidern“ bekannt ist: die Fairypools! Sie sind nicht ganz einfach zu entdecken, sodass wir beim ersten Mal tatsächlich voll daran vorbei gelaufen sind. Wir haben sie erst dann gefunden, als wir ganz bewusst nach ihnen suchten. Am Ende der Granite Bay steht eine einfache Holzbank mit kleinem Lookout-Bereich. Genau da geht es einen kleinen Pfad runter zur Küste und da sind sie – die beiden Fairypools!

Natürlich sind wir gleich mit Baby auf dem Arm runtergeklettert und haben den Nachmittag in den geheimen, versteckten Pools verbracht. Die Pools lassen garantiert jedes Kinderherz höher schlagen 😊

Noosa Heads ist auf jeden Fall eine Reise wert und gehört definitiv zu unseren Lieblingsorten der Ostküste!

Caloundra

Die Beschreibungen zu Caloundra werden jetzt wohl etwas länger werden, weil es einer unserer ganz persönlichen Lieblingsorte geworden ist.

Es ist wirklich so, wie man es immer hört. Die Sunshine Coast ist familiärer und die Gold Coast eher für Party, Surfen und Shoppen geeignet.

Und Caloundra ist das Musterbeispiel für das familiäre Image der Sunshine-Coast!

In der William Street, 150m nördlich des Shelly Beachs gibt es 4 Parkplätze und hier haben wir mal wieder unser ganz persönliches Australien erlebt. Wir haben auf diesem Parkplatz übernachtet und Finn wurde an diesem Morgen schon um halb 6 wach. Wie vermutlich die meisten Eltern haben wir uns erst kurz geärgert und versucht ihn wieder zum Schlafen zu bringen, bis wir ziemlich schnell festgestellt hatten, dass vor unserer Campertür schon viele Leute unterwegs zum Joggen, Gassi gehen, oder am Surfbretter/Bodyboards vom Autodach abladen waren. Wir waren erst unsicher, ob wir auf‘s „wild campen“ angesprochen werden, aber wieder weit gefehlt. Alle Spaziergänger haben uns so lieb gegrüßt und einige haben einen kurzen Stopp beim Gassi gehen bei uns eingelegt. Sie haben einfach ein bisschen mit uns über unsere Reise geplaudert und uns Tipps gegeben, welche Spots wir unbedingt noch sehen müssten!

Direkt am Shellybeach ist ein super schöner Spielplatz mit öffentlichen Grillstationen und Toiletten und während wir dort mit Finn auf dem Spielplatz gespielt haben, wurden wir von ein paar Eltern zur Kinderspielgruppe eingeladen. Da saßen wir also in Australien am Spielplatz, umgeben von 20 Australiern und ihren Kids und haben uns wie zu Hause gefühlt. 😊

Eine weitere Empfehlung in Caloundra ist der Bulcock Beach. Hier sind tolle Sandbänke und große Steine im Wasser, die einen eigenen Kinderpool bilden. Dieser Spot ist einfach super für Familien, weil das Wasser und die Wellen an dieser Stelle nicht so stürmisch sind.

Glasshouse Mountains

Da es für größere Touren an diesem Tag einfach zu heiß war, sind wir direkt zum Scenic Lookout Point gefahren und hatten dort eine wundervolle Aussicht auf die bekannten Glasshouse Mountains. Dort konnten wir eine schöne, kleine Runde (800m) durch den Dschungel laufen. Mit den vielen Vögeln ein eindrucksvolles Naturerlebnis.

Brisbane

Über Brisbane gibt es so viele verschiedene Meinungen und wir glauben, es kommt auch einfach ein bisschen darauf an, wie viel Zeit man dort verbringt und was zu einem zum Zeitpunkt dort tatsächlich passt. Ursprünglich hatten wir geplant, in Brisbane Weihnachten zu feiern, aber wir haben recht schnell gemerkt, dass uns das Menschengetümmel in der Stadt zu stressig war und wir uns in einer Millionenmetropole gerade nicht wohl fühlten. Die Familien der Kinderspielgruppe aus Caloundra waren sich zudem noch einig gewesen, dass wir uns in Brisbane lediglich Southbank anschauen müssten und der Rest nicht unbedingt sehenswert sei.

Also wurde unser Brisbanebesuch viel kürzer als ursprünglich geplant war.

(Parktipp: Merivale Street Parking. Ansonsten gibt es fast nur Parkhäuser, die mit einem Campervan nicht zu befahren sind).

Die Promenade am Brisbane River ist wirklich schön und in den Southbank Parklands gibt es eine öffentliche Poolanlage. Bei 40° war das eine super Abkühlung für uns. Ganzjährig sind dort am Wochenende immer die Collective Markets. Zur Weihnachtszeit war der Markt wie ein kleiner Weihnachtsmarkt aufgebaut und die kleinen, süßen Hütten haben uns auch ein kleines bisschen Heimweh bereitet. Ansonsten haben wir nicht wirklich viel mehr von Brisbane gesehen und wollten wieder weiterziehen…

Das ist das Schöne am Reisen mit Camper. „Wo es uns gefällt, bleiben wir. Wo nicht, fahren wir eben weiter“.

Gold Coast

Surfers Paradise

Klar, der Name sagt schon alles und deshalb hatten wir uns von Surfers Paradise natürlich ganz schön viel erhofft. Aber so ist das eben mit Touristen-Orten, die Menschen müssen auch irgendwo untergebracht werden. Also reichen im bekannten ‚Surfers Paradise‘ die Hochhäuser und Wolkenkratzer bis zum Strand und es gibt keine wirkliche Strandpromenade mehr. Ich fand diesen Surfer-Flair schon beeindruckend und all die Menschen mit einem Surfbrett unterm Arm zu beobachten war mal ganz cool. Aber Stefan konnte mit der Stadt überhaupt nichts anfangen. Der Charme hat einfach gefehlt und so sind wir auch nach wenigen Stunden einfach wieder weitergezogen…

Byron Bay

Und dann hieß es für uns schon: runterkommen, durchatmen, Ruhe, Stille, Besinnlichkeit, das erste Weihnachten weg von zu Hause, unser erstes Weihnachten in T-Shirt und kurzen Hosen.

Und wie es der Zufall so wollte: Byron Bay war genau der richtige Ort für uns. Wir hatten gleich mehrere Nächte auf einem Campingplatz an einem Footballfeld in Mullumbimby gebucht. Byron Bay ist wunderschön, hat viele wunderschöne Gassen mit den schönsten, liebevollsten und hippsten Geschäften. Wir haben uns verliebt. In den Ort und überhaupt in alles dort. 😊

Am 24.12. haben wir dann also “versucht”, Weihnachten zu feiern. Da in Australien erst am 25.12. gefeiert wird, hat das irgendwie noch nicht so geklappt mit der besinnlichen Stimmung.

Wir haben den Tag zusammen am Strand verbracht und eine Frau hat uns einfach so ihr Surfbrett geliehen, weil es sie, als sie mich, Finn stillend an meiner Brust im Sand gesehen hat, an die Zeit mit ihrem Kind vor 18 Jahren am Strand zurückerinnert hatte. So hatten wir doch noch einen ganz besonderen Weihnachtsmoment mit Surfbrett auf den Wellen…

25.12. Weihnachten

Jetzt war wirklich Weihnachten! Die Kinder auf dem Campingplatz sind schon am frühen Morgen mit leuchtenden Augen und ihren neuen Spielsachen herumgesprungen.

Unsere Nachbarn, mit denen wir uns schon am Vortag super unterhalten hatten, haben uns dann spontan eingeladen, mit ihnen und ihren Freunden Weihnachten am Strand von Brunswick zu feiern. Das ist Australien! Gastfreundlich ohne Ende!

Dieses Weihnachten mit unseren neuen australischen Freunden und den fünf Kids in der Mitte werden wir für immer in Erinnerung behalten.

Der Brunswick River ist ein glasklarer Fluss, wie wir ihn nur von Bildern aus Norwegen kennen. Jedoch sollte man hier unbedingt die passende Zeit abpassen. Bei Ebbe ist der Fluss nämlich fast komplett verschwunden.

Newcastle

Bei unserer Weiterreise nach Sydney haben wir in Newcastle am Merewether Ocean Baths gehalten. Wieder ein öffentlicher Meerespool und bei der australischen Hitze ein super Platz zum Abkühlen und Kids beschäftigen. 😉

Sydney

Geschafft, Sydney vor unseren Füßen!

Wir haben in Berowra, einem Vorort von Sydney, angehalten und in einer abgelegenen Einbahnstraße einen guten Platz in der Natur mit grillenden Zirpen zum Übernachten gefunden.

Und wie sollte es anders sein? Frühs, gerade als wir aufbrechen wollten, kam eine liebe Frau im Morgenmantel auf uns zu und hat uns auf eine Dusche und einen Kaffee eingeladen. So saßen wir also einen Tag vor Silvester in einem super schönen Architekten-Haus und der 15-jährige Sohn hat uns auf seinem Klavier unser Hochzeitslied „River flows in you“ gespielt 😊 Gänsehaut pur!

Das sind diese Momente, an die wir uns ewig erinnern werden und die diese Reise magisch gemacht haben. Zu der herrlichen Dusche haben wir noch super Tipps für Sydney und einen idealen Platz zum Parken obendrauf bekommen.

Daher hier unser ultimativer Parktipp für Sydney: In Kiribilli in der Parkes Street parken und in wenigen Gehminuten stehst du schon auf der weltbekannten Sydney Harbour Bridge!

Von dort aus sind wir zum Circular Quay gelaufen, haben eine Tour mit der Fähre zum Manly Beach und wieder zurück gemacht und anschließend das Sydney Opera House, den botanischen Garten und Hide Park besichtigt.

Sydney – Silvester – Blue Mountains – Three Sisters

Um dem ganzen Silvestertrubel in Sydney zu entkommen und weil viele Straßen für die Silvesterevents gesperrt waren, haben wir den Vormittag genutzt und sind zu den Blue Mountains gefahren. Für uns waren wieder die etwas untouristischeren Wentworthfalls, bei denen wir eine atemberaubende Aussicht hatten und in den Wasserfällen baden konnten, die wesentlich schönere Alternative zu der wohl bekannten Felsformation „Three Sisters“. Diese hat uns nicht wirklich beeindruckt. Die Aussicht war natürlich schön, aber man teilt sie halt auch mit ca. 10 Reisebussen und unzähligen Selfie-Sticks.

Am Nachmittag ging‘s dann für uns wieder nach Sydney. Ein Punkt unserer Bucketlist hat sich in dieser Nacht für uns erfüllt: Einmal im Leben das Silvesterfeuerwerk von Sydney erleben.

Wir haben den Camper in einer Seitenstraße (Union Street nahe des Taronga-Zoos) in Sydney geparkt, von wo aus wir sogar direkt aus den Autofenstern das Feuerwerk am Opera House und der Harbour Bridge hätten sehen können.

Bei unserem Abendspaziergang konnten wir diese ganz besondere Stimmung der Silvesternacht voll und ganz aufsaugen. Alle Leute waren mit Picknickdecken und Picknickkörben unterwegs und steuerten einen der kostenpflichtigen Aussichtspunkte an. Wir haben uns tatsächlich überhaupt nicht auf Silvester vorbereitet und erst beim Googeln einen Tag vorher festgestellt, dass es unmöglich ist, einen Platz mit guter Sicht auf das Feuerwerk zu bekommen.

Aber wir durften zum Glück ganz andere Erfahrungen machen. Denn auch Silvester in Sydney mit Kind kann absolut entspannt und günstig sein. Wir haben, wie gesagt alleine schon einen wunderbaren Platz mit Blick auf das Feuerwerk von unserem Parkplatz gehabt UND später beim Abendspaziergang einen wahnsinnig tollen Spot entdeckt, der kostenlos war und an dem nur eine Hand voll Menschen saßen. Direkt am Meer, mit atemberaubender Sicht auf die Oper und die Harbour Bridge. Was will man mehr? Also nicht verzweifeln, sondern einfach erleben und genießen. 😊

Um 19 Uhr hat es leider das Regnen angefangen und so sind wir nicht am Traumspot geblieben, sondern wieder den Hügel hoch zu unserem Camper. Finn konnte schlafen und so haben wir mir den anderen Familien das Kinderfeuerwerk um 21 Uhr und das spektakuläre Feuerwerk um 00.00 Uhr angeschaut, während Finn seelenruhig im Camper geschlafen hat.

Ein aufregendes Erlebnis! 😊

Bondi Beach

Neujahr haben wir am Bondi Beach in Sydney verbracht. Dafür, dass dieser Strand mitten in einer Millionenmetropole liegt, ist der Strand ein Knaller! Aber im Vergleich zu allen anderen Stränden Australiens natürlich nur Mittelmaß und absolut überlaufen.

Canberra

Da wir als Reisefamilie auf Instagram unsere Erlebnisse teilen, wurden wir von einer anderen super lieben Reisefamilie angeschrieben und durften sie spontan in Canberra bei ihrem Housesit besuchen. Canberra besteht aus vielen kleinen, hübschen Ortschaften und ist super zum Wandern geeignet.

Melbourne

In Melbourne mussten wir nach vier aufregenden Wochen unseren geliebten Campervan wieder abgegeben. Der Abschied viel uns schwer, war er doch für eine bestimmte Zeit unser zu Hause geworden.

Für eine Woche haben wir dann noch auf einer Farm in Melbourne gearbeitet und gewohnt bis es Mitte Januar für uns weiter nach Christchurch/Neuseeland ging.

Der Roadtrip an der Ostküste Australiens war genau unser Ding! Er hat uns eine ganz neue Seite des Reisens gezeigt. Es gefiel uns sogar so gut, dass wir in Neuseeland gleich unseren ganz eigenen Van gekauft haben, in dem wir hinten drin schlafen können.

Denn es heißt: Neue Abenteuer warten auf uns… 😊

10 Gründe, warum Australien das perfekte Reiseziel für Familien mit Kindern ist:

  • Rockpools

Wir haben es ja schon vorweg genommen, aber in jeder größeren Ortschaft gibt es ein kostenloses Schwimmbad oder richtig schöne Rockpools. Bei einer Reise mit Kids einfach perfekt!

  • Öffentliche Parks mit Spielplätzen

Australien ist unbeschreiblich kinder- und familienfreundlich. In keinem Land haben wir so viele tolle Parks gesehen, die auch noch so gut ausgestattet sind, mit superschönen Spielplätzen, innovativen Outdoor-Sportgeräten, öffentlichen Toiletten, Trinkwasserspendern und den typischen BBQ-Grills.

  • Campsites

Auch die Campsites haben für Kinder ihren Reiz. Viele Campingplätze sind mit Pools und Spielplatz ausgestattet oder liegen auch mal an einem wunderschönen Bach, der zum Spielen und Toben einlädt.

  • Abenteuer Camper

Erkundet das Land auf jeden Fall mit einem Camper! Ja, so einfach kann es tatsächlich dann auch schon sein, Kinder zu begeistern. Okay, unser 1-jähriges Kind hat den Unterschied zwischen normalem Auto und Campervan noch nicht erkannt. Aber als wir zwei Kids mal eine Runde im Camper mitgenommen haben, sagten sie am Ende mit leuchtenden Augen „Das war das Abenteuer meines Lebens. Dass ich mal in so einem Camper mitfahren würde, hätte ich ja mal nie gedacht“. Also liebe Eltern, schon der Camper alleine ist ein Abenteuer an sich… 😉

  • Der australische Sternenhimmel

Auch wir haben uns den australischen Sternenhimmel nicht entgehen lassen und wenn Finn größer ist, wollen wir noch einmal hierher kommen, mitten in der Nacht die Campingstühle ausklappen und ihm diesen unbeschreiblich schönen, schwarzen Himmel mit den leuchtenden Sternen und der einzigartigen Milchstraße zeigen.

  • Atemberaubende Nationalparks

Um die fantastische Tierwelt Australiens kennenzulernen, ist sicher kein Besuch einer der vielen teuren Zoos notwendig. Alle Tiere sind in den wunderschönen Nationalparks in ihrem natürlichen Lebensraum zu bewundern und Kinder werden eine riesen Freude haben, die Kängurus, Koalas, Papageien, Kakadus, Schildkröten und viele mehr auf eigene Faust zu suchen und zu entdecken. Für Reisende mit wenig Zeit gibt es an einigen Stellen verschiedener Highways Auffangstationen, die Sanctuarys, in denen verletzte Tiere aufgepäppelt und auf die Wiederfreilassung vorbereitet werden.

  • Sandstrand und Meer

Das ist eben das Schöne an Australien – es geht immer am Meer entlang. Das bedeutet, ein Strand jagt den anderen. 😊 Wir durften so viele Kids dabei beobachten, wie sie den ganzen, lieben langen Tag mit ihrem Bodyboard die Wellen hoch und runter gesurft sind. Hier kommt es natürlich auf das Alter der Kinder an. Aber wer weiß? Vielleicht steigen die Kids im nächsten Jahr im Urlaub schon auf‘s Surfbrett? 😉

  • Viel weniger giftige Tiere als befürchtet

Wir haben lange überlegt, ob wir uns in Australien wohl fühlen werden. Haben wir doch ein Krabbelkind und müssen aufpassen, dass er keinem giftigen Tier begegnet. Nach insgesamt 5 Wochen in Australien können wir sagen, dass wir kein einziges giftiges Tier gesehen haben und im Vergleich für uns Malaysia eine wesentlich krassere Nummer war.

  • Hoher Standard und Sicherheit

Vor einer größeren Reise machen sich natürlich alle Eltern Gedanken darüber, ob im Notfall auch eine gute medizinische Versorgung zur Verfügung steht. Nicht nur hier kann Australien wieder voll und ganz mit dem deutschen Niveau mithalten und auch in Sachen Kriminalität, Infrastruktur und Hygiene muss man sich keine Sorgen machen. Daumen hoch!

  • Und was das Schönste an Australien ist?

Na klar, diese ganz besondere Gastfreundlichkeit. Es war so entspannend, dass Kinder und Familien hier so willkommen geheißen werden und auch mal ein Kindergeschrei nicht mit Augenrollen erwidert wird. Im Gegenteil, sie bieten sogar gleich ihre Hilfe an und helfen, wo sie können – auch mal mit einer Dusche und dem Kaffeekocher. 😉

Weltreise mit Baby

Weltreise mit Baby

Dieser Artikel wurde am 26.11.2018 auf stadtlandmama.de veröffentlicht.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, mit Baby auf Weltreise zu gehen?

Ehrlich gesagt, sind wir nicht auf die Idee gekommen ‚mit‘ Baby zu reisen, sondern ‚wegen‘ unseres Babys wollten wir reisen. 🙂

Wir sind im November 2017 Eltern eines wunderbaren Jungen geworden. Mama-sein und die dazugehörige Elternzeit hat mich so erfüllt und ich liebe die gemeinsame Zeit mit meinem Kind. Aber irgendwie hat es mich traurig gemacht, dass mein Mann und ich uns ja dazu entschieden haben, eine Familie zu sein und dann doch im Alltag, von Montag bis Freitag, unsere Familie nur aus Finn und mir bestand. Ich fand es so schade für Stefan, dass er von der Arbeit nach Hause kam, wir noch schnell zusammen zu Abend gegessen haben und Finn dann schon seinen Nachtschlaf angetreten hat. Also hatten wir nur an den Wochenenden so wirklich Zeit als Familie. Und selbst da musste dann Zeit für Freunde, Verwandtschaftsbesuche, Sportplatz, Geburtstage, Einkaufen, Kochen, Putzen, Waschen etc. eingebracht werden. Das haben wir uns irgendwie nicht unter Familie vorgestellt.

Wenn ich dann so von Montag bis Freitag ohne Stefan zu Hause war, kam immer wieder der Wunsch der Weltreise hoch. Wir sind schon immer gerne gereist und schon seit so vielen Jahren haben wir gesagt, irgendwann… irgendwann machen wir mal eine Weltreise.

Und irgendwann war also klar, jetzt ist irgendwann. Jetzt ist unser Kind noch klein. Jetzt wünscht sich unser Sohn Nähe und Zeit. Jetzt möchte er Zeit mit seinem Papa haben. Mit 18 möchte Finn selbst losziehen, da braucht er uns nicht mehr.Im November 2017 kam unser Kind auf die Welt, im Januar 2018 wurde der Wunsch der Weltreise immer konkreter und im April 2018 haben wir unsere Round-the-World-Tickets gebucht! Im September ging es mit unserem zehn Monate alten Baby dann auch schon los. 🙂

Welche Hürden musstet ihr nehmen? (Telefonanbieten abmelden, Haus verkaufen, Job kündigen, was auch immer)

Also Stefans größte Hürde war es natürlich, seinem Arbeitgeber mitzuteilen, dass wir mindestens sieben Monate unterwegs sein werden. Aber auch hier haben wir wieder gelernt, manchmal fügen sich die Dinge einfach. Stefan hätte für die Weltkreise seinen Job gekündigt, aber sein Arbeitgeber hat ihm unbezahlten Urlaub angeboten. Das war natürlich perfekt. 🙂 Ich habe meine Elternzeit von Beginn an auf zwei Jahre gelegt, also war das für mich schon mal kein Problem.

Wir wollten unsere Eigentumswohnung möbliert untervermieten. Wir wohnen in einer Studentenstadt, da wäre das sicherlich kein Problem gewesen. Aber irgendwie hat das Bauchgefühl nicht gestimmt. Unser Sohn wurde in unserer Wohnung im Badezimmer geboren und diese Wohnung wird daher immer etwas ganz besonders für uns sein. Sie steht die sieben Monate einfach leer. Mittlerweile sind wir auch sehr froh über diese Entscheidung. Erstens hätten wir es zeitlich wohl gar nicht mehr geschafft, die komplette Wohnung leer zu räumen und passende Mieter zu finden, zweitens ist es schön, nach Hause zu kommen und seine gewohnten vier Wände wieder zu haben.

Strom, Internet, Telefonanbieter haben wir gekündigt, Sparraten minimiert und die passende Auslandskrankenversicherung abgeschlossen. Die Handyverträge haben wir angepasst, sodass wir unsere Rufnummern behalten konnten.

Außerdem haben wir uns noch um die Anmeldung eines Kleingewerbes und alles was dazu gehört gekümmert, denn wir hatten schon vor der Reise geplant, Mamakompass zu gründen

Wie haben eure Freunde und Familienmitglieder reagiert?

Unsere Freunde waren natürlich begeistert. Unter ihnen sind selbst viele Reisefans, zwar ohne Kinder, aber sie wussten alle, dass es absolut zu uns passt. Unsere Familien hatten gemischte Gefühle, obwohl sie sogar gar nicht mal so überrascht waren, weil wir wohl schon so lange diesen Traum unbewusst vermittelt haben. Natürlich waren sie traurig, dass sie ihr Enkelkind so lange nicht sehen werden und so große Entwicklungsschritte verpassen, aber wir sind jetzt eine eigene Familie, das mussten wir auch erst mal dazu lernen. Stefans Papa ist einen Monat vor der Reise an Krebs verstorben. Klar, der Gedanke, ob wir seine Mutter zu Hause nicht unterstützen müssten beschäftige uns recht lange und wir haben uns die Frage gestellt, ob wir überhaupt losfahren können. Aber Stefans Papa hat uns am Sterbebett noch gesagt, dass wir unbedingt diese Reise machen sollen. Er war selbst auf allen Kontinenten dieser Welt und weiß, wie bereichernd solch eine Reise ist. Und auch hier hat sich gezeigt, dass die Bedenken unbegründet waren. Stefans Mama kommt super zu Hause zurecht und freut sich mit uns. Außerdem telefonieren wir regelmäßig mit unseren Familien und schreiben von unseren Erlebnissen auf Instagram (www.instagram.de/mamakompass/). So erreichen wir alle und halten unsere Freunde auf dem Laufenden.

Aus dem erweiterten Umfeld haben wir natürlich auch negative Stimmen gehört, wie, es sei unverantwortlich mit Baby zu reisen, aber das wird es wohl immer geben und wir wussten damit umzugehen.

Was habt ihr eingepackt? Nicht viel vermutlich, oder?

Also für eine lange Reise für zwei Personen und Baby zu packen und nur zwei Backpacks zur Verfügung zu haben, sind Packlisten ein Muss! Wir haben erst einmal ALLES, was uns wichtig schien, gesammelt, dann in verschiedene Kategorien gelistet, von den Listen wieder gestrichen was nicht zwingend notwendig ist und dann wirklich nur anhand dieser Packlisten gepackt. Das war wirklich Gold wert, weil ich häufig in der Euphorie dann doch noch den Kuschelpulli und die andere tolle Shorts einpacke. Es war eine Herausforderung für mich, das erste Mal wirklich bei jedem Kleidungsstück zu überlegen, wie praktisch und notwendig es ist. Stefan ist da schon immer viel minimalistischer als ich. Bisher sind wir absolut begeistert, wie wir gepackt haben, es ist minimalistisch geworden und wir haben tatsächlich alles, was wir dabei haben in Benutzung.

Wart ihr sehr aufgeregt? Gab es Momente, in denen ihr dachtet: Sind wir eigentlich bescheuert?

Irgendwie ist der Gedanke so lange im Kopf gereift und wenn es dann mal Klick gemacht hat, gibt es kein Zurück mehr. Dann will man das jetzt unbedingt. Und deshalb kam dieser Moment “Sind wir eigentlich bescheuert?” nie wirklich auf. Ich war wegen Finn ja eh schon seit fast einem Jahr in Elternzeit. Aber für Stefan war es dann wirklich aufregend, als er seinen letzten Arbeitstag hatte. Es ist ja schon etwas Besonderes und irgendwie auch echt verrückt, wenn der Mann ab da dann wirklich für eine lange Zeit von Montag bis Sonntag bei seiner Familie ist.  

Als wir unsere Familien am Flughafen verabschiedet haben, waren wir auch nochmal ziemlich aufgeregt und ein paar Tränen flossen. Puh, das war echt nicht einfach 🙂

Wohin seid ihr zuerst gefahren?

Unsere erste Station war Südafrika. Es war schon immer ein Wunschziel von uns und wir haben uns auf die afrikanische Kultur gefreut. Stefans Eltern sind vor ein paar Jahren zu ihrer Silberhochzeit bereits ans Kap der guten Hoffnung gereist und das war dann wirklich ein schöner Moment, genau an der gleichen Stelle, wie sie damals zu stehen. Wir haben uns eine Wohnung außerhalb von Kapstadt gemietet und von da aus ganz unterschiedliche Tagestrips gemacht. Die erste Zeit wollten wir einfach ruhiger angehen und Finn die Zeit geben, sich an den neuen Alltag zu gewöhnen. Und wir wollten uns vom aufregenden Sommer in der Heimat ein bisschen erholen. Wir haben auch an unserer eigenen Homepage gearbeitet und die Videos für meinen Schwangerenbetreuungskurs aufgenommen.

Wie lang seid ihr jetzt unterwegs und welcher Ort/Moment war bislang der schönste?

Wir befinden uns aktuell in Woche 11 unserer Reise und Südafrika und Borneo (Malaysia) haben wir bereits abgehakt.

Wir hatten schon unbeschreiblich viele schöne Momente, aber ein Tag war ganz besonders. In Kommetjie, in dem Ort, in dem wir bei Kapstadt gewohnt haben, fand ab 10 Uhr morgens ein Festival statt. Los ging’s mit einem Surfcontest der vielen braungebrannten Surfer-Typen, an der Halfpipe war parallel ein Skateboard-Wettbewerb der Kids, alle Mädels sind in Bikins und coolen Shorts rumgelaufen, am Abend trafen sich alle im Garten einer Kneipe und eine junge, lokale Band hat so schöne Musik gespielt. Die Familien haben es sich mit Picknickdecke und Korb am Strand gemütlich gemacht, sie haben Frisbee gespielt und als es Dunkel war, gab es eine Lasershow. Es waren nur gut gelaunte Menschen um uns herum, es wurde getanzt und alle hatten ein Strahlen im Gesicht. Und als wir da mitten unter den ganzen Surfern standen haben wir uns beide angeschaut und konnten es irgendwie nicht glauben, weil wir uns wie in der Serie ‚O.C. California‘ gefühlt haben. Allein, wenn wir jetzt wieder daran denken, bekommen wir gleich Gänsehaut.

Wie macht euer Baby das mit?

Finn hat sich als ein absolutes Reisebaby entpuppt. Eigentlich ist alles so gekommen wie wir es uns insgeheim gewünscht haben. Wir haben uns gedacht, was braucht unser Finn schon in den ersten Jahren? Liebe und Zeit. Und das bekommt er gerade hier und jetzt unendlich viel von uns, weil wir nicht mit irgendwelchem Alltagskram abgelenkt sind. Das heißt, wir merken, unser Kind ist glücklich, egal wo wir sind. Hauptsache wir sind da und bauen so viele Sandburgen, wie es nur geht mit ihm.
Er hat so viele verschiedene Kinder um sich herum zum Spielen und der Strand ist sein Kinderzimmer geworden.
Dass er beim Abflug in Frankfurt am Main dann aber tatsächlich schon auf dem Rollfeld eingeschlafen ist und er den ersten Flug komplett verschlafen hat.. so einfach haben wir es uns dann doch nicht vorgestellt. Hier gleich noch ein Tipp an alle Eltern: Mit Kind sind Nachtflüge wirklich praktisch.

Habt ihr auch Ängste?

Stefan ist von Grund auf wenig ängstlich. Dafür bin ich es umso mehr! Ach, ich könnte jetzt tausend Ängste aufzählen. Meine größten Ängste sind die, vor dem Fliegen und den giftigen Tieren. Aber ich habe festgestellt, dass sich meine Ängste auch schon ziemlich gewandelt haben. Ich merke, dass viele Ängste nur in meinem Kopf existieren und es in Wahrheit überall auf der Welt irgendwelche Gefahren gibt, denen man nie zu 100% aus dem Weg gehen kann. Auf Borneo ist es der Skorpion und in Deutschland die Autobahn. So sehe ich das zumindest mittlerweile.

Natürlich kommen auf Reisen genauso immer mal wieder Ängste hoch, wie zu Hause halt auch. Aber wir erinnern uns dann immer wieder daran, die Ängste gar nicht groß zu bewerten, einfach in den Tag zu leben, die Freiheit zu genießen und als Familie glücklich zu sein.

Wir lang wollt ihr unterwegs sein?

Geplant ist unsere Reise erst einmal bis Ende April. Denn dann stehen wieder Hochzeiten von meinem Bruder und Freunden an, die wir auf keinen Fall verpassen wollen. In wenigen Tagen fliegen wir schon weiter nach Australien. Dort geht für uns ein absoluter Traum in Erfüllung: Wir fahren mit einem Camper die Ostküste entlang! Wenn wir in Melbourne angekommen sind, arbeiten wir Work-and-Travel mäßig auf einer Freiland-Hühnerfarm. Da sind wir schon richtig gespannt drauf, die Hühner werden Finn sicherlich gefallen. 🙂

Durch Kontakt zu anderen Weltreisefamilien kommen aber gerade noch einige andere Länder auf unserer Bucket-List dazu. Wir sind selbst gespannt, wie es dann im April um unser Fernweh steht und wann und wie es mit den anderen Ländern weiter geht.

Wie finanziert ihr euch? (Hier gern vom Onlinekurs erzählen)

Also vorab möchten wir schon mal sagen, dass eine Reise tatsächlich halb so teuer ist, wie viele immer erwarten. Wir finanzieren unsere Reise über mehrere Wege. Zum einen ganz klassisch durch Erspartes. Dann nutzen wir eine Plattform für Work an Travel. Das heißt, wir helfen für einen bestimmten Zeitraum bei verschieden Projekten und Familien mit und dürfen dafür kostenlos bei ihnen wohnen und essen. Das ist auch mit Kind super möglich. Und zusätzlich bauen wir gerade einen Online-Kurs auf. Ich bin ganzheitliche Ernährungs- und Gesundheitsberaterin und nur wenige Monate nach der Geburt unseres Kindes habe ich mich als HypnoBirthing-Kursleiterin ausbilden lassen. Ich wünsche mir, dass so viele werdende Mamas wie möglich die Geburt ihres Kindes selbstbestimmt und angstfrei erleben. Eine entspannte Mama und ein ruhiges Umfeld sind die wichtigsten Faktoren für eine natürliche Geburt – völlig unabhängig vom gewählten Geburtsort, ob zu Hause, im Geburtshaus oder im Krankenhaus. Deshalb habe ich HypnoBirthing, Schwangerschaftsyoga und Naturheilkunde vereint und den Onlinekurs erstellt. Ich möchte Frauen dabei helfen, sich mit den richtigen Atemtechniken, gezielten Körperübungen und gesunder Ernährung bestmöglich auf die Geburt ihres Kindes vorzubereiten. Denn für eine schöne Geburtsreise braucht es mindestens genauso viel Vorbereitung, wie für eine Weltreise. Da schließt sich also der Kreis. Das ist meine absolute Herzensangelegenheit und es macht so Spaß, daran auch auf Reisen zu arbeiten und der Welt etwas zurück zu geben.

Das heißt, du hattest eine tolle Geburt?

Ja 🙂 Wir denken so gerne an die Geburt zurück. Sie war wirklich wunderschön und wir sind dankbar für dieses Erlebnis. 2016 haben wir zwei Fehlgeburten hintereinander erleben müssen und so sind wir schon ganz anders in diese dritte Schwangerschaft gestartet. Ich habe mich intensiv mit Schwangerschaft und Geburt beschäftigt und für die Geburt unseres Kindes war der sicherste und entspannteste Ort dann tatsächlich unsere heimelige Wohnung. Also kam unser Kind ganz einfach, ganz reibungslos und mit zwei Hebammen begleitet im Badezimmer bei uns zu Hause auf die Welt. Es ist schade, dass eine schöne, selbstbestimmte Geburt zur Seltenheit geworden ist und traurig, dass so viele Frauen die Geburt ihres Kindes als sehr schmerzvoll empfinden und einige sogar ein Geburtstrauma erleiden.

Hat diese Geburt euch auch gezeigt, wie viel eigenständige Kraft ihr habt und euch denn auch irgendwie zur Weltreise ermutigt, nach dem Motto: Wenn wir das schaffen, schaffen wir das auch…
Absolut! Vor allem weil wir mit der Hausgeburt natürlich auch auf viel Widerstand gestoßen sind. So eine Welle an Widerstand gab es dann ja auch, als das weitere Umfeld erfahren hat, dass wir mit Baby auf Weltreise gehen. Die Geburt hat uns als Paar und als Familie für immer gestärkt. Wir wissen seitdem unserem Bauchgefühl zu vertrauen und hören auf unsere innere Stimme. Sie zeigt uns ganz genau die Richtung, die richtig für uns als Familie ist und in die wir gehen sollen. Durch die Geburt haben wir gelernt, uns von den Meinungen anderer frei zu machen. Und wir fühlen uns leichter und glücklicher als jemals zuvor. 🙂

Von zwei Fehlgeburten zur Hausgeburt

Von zwei Fehlgeburten zur Hausgeburt

Dieser Artikel wurde am 30.10.2018 auf mamahoch2.de veröffentlicht.

Da sitze ich also in Südafrika am Laptop, schaue Mann und Kind beim Sandburgenbauen zu und schreibe meinen ersten Gastbeitrag* (vielen lieben Dank an Mamahoch2). Mein Sohn feiert in 3 Wochen auf Borneo seinen ersten Geburtstag!

Und ich denke an die vergangene Zeit zurück, an all das, was uns hierhin geführt hat…

 

Ich bin Stefanie von mamakompass.de und habe im November 2017 unseren Sohn zu Hause im Badezimmer auf die Welt gebracht. Das bedeutet also für mich, seit fast 365 Tagen denke ich jeden einzelnen Tag an dieses wunderschöne Erlebnis zurück. Es begleitet mich. Es hat mich zu mir finden lassen und bestärkt mich in so vielen Lebenssituationen.

Aber natürlich sind wir nicht einfach so aus heiterem Himmel auf die Idee gekommen unser Kind zu Hause auf die Welt zu bringen. Es war ein steiniger Weg, so viel kann ich schon mal vorwegnehmen.

 

Blogbeitrag Schwangerschaft

 

Angefangen hat alles damit, dass mein Mann und ich eine Familie gründen wollten. Recht unspektakulär. Er 24, ich 25, freuten uns darauf, bald ein Baby zu haben.

Im Sommer 2016 war es dann soweit. Ich war schwanger. Und schon nach wenigen Wochen durfte ich mich mit meinem “neuen Kumpel”, dem Bauchgefühl, vertraut machen. Ich hatte noch keine ärztliche Bestätigung. Aber ich wusste genau, dass etwas nicht stimmt. Wenige Tage später hatte ich einen natürlichen Abgang. Fehlgeburt Nummer 1.

Ich wurde direkt im darauffolgenden Monat wieder schwanger. Diesmal sollte alles anders werden. Unser Baby war auf dem Weg. Das stand für mich fest! “Ein zweites Mal kann mir so etwas nicht passieren”. Um nicht enttäuscht zu werden, ging ich erst Ende des ersten Trimesters zum Frauenarzt. Voller Vorfreude und mit dem Satz “Mal schauen, vielleicht sind es ja auch zwei” bin ich also zum langersehnten Ultraschall. Ich wollte das Herz schlagen hören und vielleicht bekäme ich sogar schon den Mutterpass mit. Das wäre die Krönung! Ich schob meine Gefühle komplett beiseite. Ich wollte dieses Kind. Also lag ich da, folgte den Blicken des Vertretungsarztes und hörte nur “Das Baby lebt nicht. Kein Herzschlag mehr. In welches Krankenhaus wollen Sie zur Ausschabung?”.

Ich bin einfach aufgestanden und gegangen. Raus, in die Arme meines Mannes. Ich war leer. Innerlich tot. Und das für eine sehr lange Zeit. Der Arzt im Krankenhaus stellte fest “Ach, das waren ja zwei Embryos. Ein Zwilling” – Wusste ich es doch.

Ich wurde ausgeschabt. Mit dem Wissen von heute, hätte ich noch gewartet. Ich war noch nicht so weit, meine Kinder im Bauch herzugeben. Die OP gab mir den Rest. Ich war am Ende.

 

Blogbeitrag Schwangerschaft

 

Unser gesamtes Leben können wir schier planen, nur das große Wunder nicht. Doch genau das haben wir im Laufe der Zeit vergessen. Die Entstehung eines Babys ist und bleibt ein Wunder! Ich hatte keine Ahnung von Fehlgeburten, denn es war nie ein Thema in meinem Umfeld. Warum auch? Darüber spricht man lieber nicht.

Ein halbes Jahr hatte es gedauert, bis sich mein Körper und mein Herz wieder erholt hatten. Dann wurde ich ein drittes Mal schwanger. “Ein Junge” – schoss es mir beim Anblick des positiven Schwangerschaftstests in den Kopf. “Ein Mädchen” – sagte mein Mann.

Ich öffnete mich einer 6fach-Mama und erzählte ihr von meiner Vorgeschichte. Sie hatte selbst schon fünf Fehlgeburten durchlebt. Sie wusste wohl was ich in dieser Situation brauchte und leitete mich direkt an eine Hebamme für emotionale Hilfe weiter. Schon in der 7. Schwangerschaftswoche saß ich also bei Anne. Diese Hebamme war ein Segen für mich. Wir hörten gemeinsam die Herztöne ab und weil es mir so gut ging und ich so unendlich glücklich war, plauderten wir bei einem der Termine einfach ein bisschen. Sie fragte mich wie ich mal gebären möchte. “Ganz einfach und natürlich. So wie meine Mama mich halt auch bekommen hat.”

 

Geburtshauspläne

Sie gab mir einen Flyer vom Geburtshaus mit, von dem ich noch nie etwas zuvor gehört hatte. Ich war begeistert. “Da will ich hin!”

In der 11. Schwangerschaftswoche saßen mein Mann und ich also beim Infoabend und wir meldeten uns direkt im Anschluss für eine Geburt im Geburtshaus an. Alles fühlte sich gut an. Alles war stimmig und alles nahm seinen Lauf. Der Babybauch wuchs, die ersten Tritte wurden spürbar und wir entschieden uns, uns überraschen zu lassen, ob es denn nun ein Mädchen oder ein Junge würde.

Von einem Vorsorgetermin beim Frauenarzt ging ich immer mit einem mulmigen Gefühl nach Hause und obwohl alles bestens war, war ich doch immer irgendwie verunsichert. Aus dem Geburtshaus kam ich immer mit einem Luftsprung! Alle Hebammen waren unbeschreiblich nett und gaben mir immer ein so wundervolles Gefühl mit. Also hörte ich mal wieder auf mein Bauchgefühl. Ich sagte alle weiteren Vorsorgetermine beim Frauenarzt ab und war ab da an nur noch bei den Hebammen im Geburtshaus. Ich war glücklich. So glücklich wie noch nie in meinem Leben!

 

Blogbeitrag Schwangerschaft

 

Vertrauen

Stück für Stück – von Schwangerschaftswoche zu Schwangerschaftswoche – lernte ich, meinem Bauchgefühl wieder zu vertrauen, mich zu informieren und dann eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen.

4 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin änderten wir mit einem Grinsen im Gesicht unsere Pläne. Es sollte eine Hausgeburt werden. Nur wir und die Hebammen wussten Bescheid. Keine Eltern, die wir um Rat fragten, keine Meinungen die wir uns von außen anhörten. Wir hatten uns gründlich und ausreichend informiert. Wir wussten genau, was wir taten. Eigentlich wusste ich es schon lange bzw. mein Bauchgefühl. Schon in der 20. Schwangerschaftswoche fragte ich nämlich mal meine Hebamme “Und was ist, wenn ich dann nicht aus der Wohnung raus will und nicht losfahren möchte, sondern zu Hause bleiben will?” “Na, dann bekommst du dein Kind eben zu Hause, zu dir würde eh eine Hausgeburt passen”.

Danke, liebe Hebamme für dein Vertrauen! Danke für eine so einfache aber unendlich bestärkende Antwort!

An einem verregneten, grauen Novembertag kam unser Sohn ganz einfach, ganz natürlich und so wunderschön im Badezimmer auf die Welt. Ja genau, ein Sohn. Es war tatsächlich ein Junge!

Und was für einer! Mit 4620g und 57cm das zweitschwerste Kind der Geburtshausgeschichte. (Da wir über Termin waren musste ich aus Versicherungsgründen noch einmal zum Ultraschall ins Krankenhaus. Unser Baby wurde zwei Tage vor Geburt mittels Ultraschall auf 3600g geschätzt.)

 

Blogbeitrag Schwangerschaft

 

Es war eine wunderschöne Geburt und mein Mann der beste Geburtsbegleiter, den ich mir nur hätte vorstellen können. Er war ein so wichtiger Bestandteil. Die junge Hebamme hielt sich einfach im Hintergrund. Genau so sollte für mich Geburt sein.

 

Diese Geburt hat mich auf Lebzeiten bestärkt. Sie hat mich wieder so nah zu mir selbst gebracht. Zu der, die ich eigentlich bin. Glücklich, mit dem Vertrauen in die Natur.

Ich habe gelernt, dass kein anderer Mensch den richtigen Weg für mich weiß, nur ich selbst. Meinen Weg zu gehen bedeutet, mich von all den Meinungen anderer freizumachen. Warum auf andere hören, wenn ich mir selbst am besten vertrauen kann? Dieses Wissen und Gefühl begleitet mich auch in allen anderen Lebensbereichen. Ich vertraue mir.

 

Blogbeitrag Schwangerschaft

 

So kam es jetzt auch dazu, dass wir als kleine Familie auf Weltreise los sind. Wir wollen Zeit als Familie verbringen, die Welt erkunden, neue Lebensstile kennen lernen und endlos viele Sandburgen mit unserem Kind bauen.

Ich habe ´Mamakompass´ gegründet, um Frauen auf dem Weg zu ihrer wunderschönen und bestärkenden Geburt zu begleiten. Ich wünsche mir, dass Frauen keine Angst mehr vor Geburten haben und Kinder sanft auf die Welt kommen dürfen.

 

Meine lieben Sternenkinder im Himmel, lieber Finn, danke, dass ihr mich als eure Mama ausgesucht habt und ich durch euch wieder zu mir selbst gefunden habe. Ich liebe euch!